Schallschutz in Wohngebieten

Schallschutz bei Wärmepumpen in WohngebietenIn Deutschland existieren speziell in Wohngebieten strenge Vorschriften beim Schallschutz. Da vor allem in Neubauten gern Luft/Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz kommen, müssen diese Normen von den Verantwortlichen umso schärfer berücksichtigt werden. Das ist im Interesse der Mieter und Eigentümer in solchen Wohngebieten, weshalb der Gesetzgeber hier sowohl Normen als auch die rechtliche Grundlagen liefert.

Großstädte rücken beim Lärmschutz in den Fokus

Ballungsgebiete Deutschlands, im Regelfall die namhaften Großstädte, kämpfen bereits seit Jahrzehnten mit beengtem Wohnraum. Die Abstände zwischen Gebäuden werden ebenso wie die dazugehörigen Grundstücke kleiner, der gekaufte oder angemietete Quadratmeter indes quasi kontinuierlich teurer. Das gestaltet nicht nur die Bebauung selber komplexer, weiterhin rücken die vom Gesetzgeber ausgeschriebenen Normen und Vorschriften noch stärker ins Blickfeld verantwortlicher Bauherren und Architekten. Insbesondere in dichter gedrängten Wohngebieten, in denen Wärmepumpen zum Einsatz kommen, wird es mitunter zunehmend zu einer “Herkulesaufgabe”, die Schallschutzvorschriften hundertprozentig zu erfüllen – eine Alternative existiert jedoch nicht, denn die Vorschriften sind strikt einzuhalten.

Das ist weiterhin im Interesse der Anwohner. Die existente Geräuschbelastung soll zu Gunsten dieser auf ein Mindestmaß beschränkt werden, schließlich möchte man seine Zeit im eigenen Zuhause genießen und nicht durch lärmende Installationen und Geräte gestört wissen. Speziell mit Hinblick auf den Einsatz von Wärmepumpen, werden deshalb eine fachgerechte Ausführung samt sorgfältiger Planung unabdingbar. Planungsfehler oder nicht vollends durchdachte Installationen können nicht nur zur imminenten Belastung der Bewohner werden, sondern für die Verantwortlichen auch rechtliche Folgen mit sich bringen. Einfach ist diese anstehende Aufgabe für diese aber nicht, denn die Akustik von Wärmepumpeanlagen gilt seit jeher als sehr komplex.

Probleme bei der Geräuschbelastung gehören frühzeitig erkannt

Im Idealfall wird schon in der Planungsphase festgestellt, wo die Akustik später einmal Probleme bereiten könnte – so lassen sich frühzeitig adäquate Lösungen finden, was die Investitionskosten für spätere Anpassungen erheblich reduziert. Dem steht gegenüber, dass die Komplexität der Akustik von Wärmepumpen nicht zu unterschätzen ist, denn im Regelfall wird eine spezifische, individuelle Betrachtung nötig. Teilweise werden dafür, sofern es sich um ein sehr komplexes Anliegen handelt, sogar spezielle Akustik-Prüfer zu Rate gezogen. Diese helfen nicht nur Probleme der Geräuschbelastung frühzeitig zu erkennen, sie können weiterhin adäquate Dämpfer vorschlagen, um den Lautstärkepegel wirksam zu reduzieren, ohne dabei die Effizienz der Wärmepumpe negativ zu beeinträchtigen. Die Beauftragung eines solchen Dienstleisters gibt zwar zusätzliche Sicherheit, wirkt sich jedoch auf die Investitionskosten aus.

Vom Gesetzgeber: Normen und Grenzwerte für den Schallschutz

Entscheidend für die Integration einer Wärmepumpe sind die Normen, die für sogenannte “schutzbedürftige Räume” festgelegt werden. Diese finden sich in der DIN 4109-1. Schützende Aufenthaltsräume sind unter anderem ein Büro mit Mitarbeitern, Schlaf- oder Wohnzimmer. Wärmepumpen im Freien unterliegen der “32. Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung”. In beiden Fällen existieren verschiedene Normen für den Tag und die Nacht. In den Tag fällt der Betrieb zwischen 6 und 22 Uhr, die Nacht deckt dann wiederum 22 bis 6 Uhr ab. Die hier festgelegten Werte sind für den Konsumenten beziehungsweise Bewohner irrelevant. Der Bauherr oder Architekt muss sich aber an den Angaben in Dezibel orientieren. Es ist darauf zu achten, dass der Immissionsort eine Distanz von 0,5 Meter beziffert. Gemessen wird also 50 Zentimeter vom lautesten Punkt entfernt.

Für die einzelnen Fälle existieren viele verschiedene Dezibel-Werte, welche in den jeweiligen Verordnungen nachzulesen sind. Diese können in der Praxis meist nicht eingehalten werden, weshalb Maßnahmen zum zusätzlichen Schallschutz getroffen werden müssen. Diese werden in der VDI 4100 (Schallschutz im Hochbau) erfasst. Diese Vorschrift umfasst zwei Stufen des Schallschutzes für Wohneinheiten und drei Schutzstufen für betriebsfremde Anlagen. Die Geräuschbelastung solch einer Wärmepumpe muss durch den Bauherren sowohl bei Tag als auch bei Nacht nachgewiesen werden. Sie entfällt nur dann, wenn die Wärmepumpe besonders geräuscharm arbeitet und die Belastung mindestens 6 dB unter dem minimalen Grenzwert angesiedelt ist.