Kühlen

kühlenWärmepumpen sind im Zeitalter der Energiewende auf dem Vormarsch, denn wie kaum ein anderes Heizsystem nutzen sie auf intelligente Weise regenerative Energien. Die Wärmepumpen entziehen der Umwelt mittels Sonden oder Kollektoren Wärme und stellen sie dem Heizungssystem des Hauses und der Heißwasserbereitung zur Verfügung. Was viele Hausbesitzer aber nicht wissen: Wärmepumpen können nicht nur für angenehme und umweltfreundliche Wärme sorgen, sondern im heißen Sommer auch für ein kühles Wohnklima. Die Aufrüstung einer Wärmepumpe zu diesem Zweck macht keine großen Umbauten und Investitionen nötig.

Wärme im Winter, Kühlung im Sommer

Eine Wärmepumpe, die im Sommer das Haus kühlt, kehrt ihr Funktionsprinzip um. Sie führt die überschüssige Wärme aus den Innenräumen ins Erdreich ab. Ein positiver Nebeneffekt dabei: Das Erdreich kann sich durch die Erwärmung regenerieren. In den warmen Monaten des Sommers ist das Erdreich beziehungsweise das Grundwasser unter dem Haus in der Regel kühler als die Umgebungstemperatur des Hauses. Diese niedrigeren Temperaturen werden nun Richtung Haus gepumpt und über die Fußbodenheizung oder die Wandheizungen an die Räume abgegeben. Dabei kommt der Verdichter, der im Winter die für den Heizungsbetrieb nötige Wärme erzeugt, nicht zum Einsatz. Notwendig für eine funktionierende Kühlung ist der Einbau eines zusätzlichen Platten-Wärmetauschers. Nachrüstsätze für den Kühlbetrieb einer Wärmepumpe kosten zwischen 2000 und 3000 Euro. Die Erwärmung des Brauchwassers ist trotz der Umrüstung gewährleistet, da sie unabhängig vom Kühlkreislauf geschieht.

Passiv kühlen heißt natürlich kühlen

Der beschriebene Umbau lässt eine Nutzung der Wärmepumpe für das passive Kühlen zu. Diese Kühlungsart wird auch “Natural Cooling” genannt, da sie aus der Umgebungstemperatur generiert wird. Mit der passiven Kühlung können im Sommer Kühleffekte zwischen zwei und drei Grad Celsius erzielt werden. Vorteilhaft ist diese Variante durch geringen Aufwand und überschaubare Investitionskosten beim Einbau. Der Nachteil: Im Lauf des Sommers lässt die Leistungskraft des passiven Kühlens meistens nach, da sich Erdreich und Grundwasser durch die steigenden Außentemperaturen erwärmen.

Aktiv kühlen für beste Klimatisierung

Neben der passiven Kühlung sind auch Varianten des aktiven Kühlens mittels Wärmepumpe auf dem Markt. Für das aktive Kühlen wird in der Wärmepumpe eine Prozessumkehr installiert. Dies geschieht durch ein Vier-Wege-Ventil an der Wärmepumpe und durch ein zweites Expansionsventil im Kältemittelkreislauf. Das Expansionsventil dient dazu, die Fließrichtung des Kältemittels bei Bedarf in die Gegenrichtung zu lenken. Durch die Umkehrung des Kältekreislaufes vermag die Wärmepumpe wie beim Kühlschrank aktiv Kälte zu erzeugen, während dem Gebäude gleichzeitig nach Art einer Klimaanlage Wärme entzogen wird. Dabei lässt sich die stärkste Abkühlung über Gebläsekonvektoren erzielen. Gleichzeitig wird auf diesem Wege den Räumen auch Feuchtigkeit entzogen. Auch Flächenheizungen können sich jedoch in dieses Funktionsprinzip einbinden lassen. Der Vorteil der aktiven Kühlung ist ihre Wirksamkeit: Diese Kühlungsvariante per Wärmepumpe hält die Räume auch im heißesten Sommer angenehm temperiert. Der Nachteil: Die Aufrüstung fürs aktive Kühlen ist mit höheren Investitionskosten und mit höheren Betriebskosten verbunden als beim passiven Kühlen.