Grundwasser

GrundwasserDie Grundwasserwärmepumpe fristet in Deutschland mit noch nicht einmal 5.000 installierten Anlagen ein Nischendasein. Dies ist allerdings auf die Umweltbedingungen zurückzuführen, sicherlich nicht auf die Effizienz einer solchen Wärmepumpe. Schließlich weist kaum ein anderes System eine derart hohe Jahresarbeitszahl auf.

Voraussetzungen für eine Grundwasserwärmepumpe

Auf Grundstücken, in denen bereits in geringer Tiefe Grundwasser in guter Qualität und ausreichender Menge anzutreffen ist, bietet sich die Installation einer Grundwasserwärmepumpe an. Sie nutzt dabei den effektivsten Wärmespeicher überhaupt. Schließlich besitzt das Grundwasser das ganze Jahr über eine ausreichend warme Temperatur und ist demnach ein idealer Sonnenwärme-Speicher. Bei einer Grundwasserwärmepumpe ist deshalb an kalten Wintertagen ein Nachheizen nicht notwendig. Auch deshalb zählt diese Heizanlage zur effizientesten aller Wärmepumpen.

Funktionsweise einer Grundwasserwärmepumpe

Wie ihr Name bereits verrät, holt sich diese Heizanlage ihre Wärmeenergie weder aus dem Erdreich noch aus der Luft, sondern aus dem Grundwasser. Die Pumpe entzieht dem Grundwasser die erforderliche Wärme und leitet diese an das Heizsystem weiter. Je nach Jahreszeit, Tiefe und Region beläuft sich die Grundwassertemperatur auf 7 bis 14 Grad Celsius. Ab einer Tiefe von 20 bis 30 Meter liegt sie konstant bei etwa 10 Grad Celsius. Auch im extremen Winter liefert das Grundwasser somit noch genug Wärme, um das Wohnhaus zu beheizen. Damit eine solche Heizanlage genutzt werden kann, werden zwei breite Brunnen geschachtet, nämlich ein Saug- und ein Sickerbrunnen. Auf diese Weise ist ein dauerhafter Kreislauf zum Ansaugen und Abgegeben von Grundwasser gegeben. Das Grundwasser wird dem Saugbrunnen entnommen und dem Verdampfer der Grundwasserwärmepumpe zugeleitet. Dabei überträgt sich die Wärme des Grundwassers auf ein Kältemittel. Unter Druck wird das Grundwasser nun auf ein Temperaturniveau von 40 bis 60 Grad Celsius gepumpt. Über den Sickerbrunnen wird das Wasser schließlich wieder auf Grundwasserebene zurückgeleitet.

Grundwasserwärmepumpe ist genehmigungspflichtig

Die Nutzung einer Grundwasserwärmepumpe erfordert im Vorfeld eine wasserrechtliche Genehmigung beim örtlichen Landratsamt. Hierzu muss der Bauherr eine gebührenpflichtige Auskunft aus dem regionalen Grundwasserkataster einholen. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Zusammensetzung des Grundwassers geeignet ist, das Grundwasser nicht zu schnell fließt und das ausreichend Grundwasser für den Einsatz der Wärmepumpe vorhanden ist. Gibt die Behörde grünes Licht, sollte im Idealfall mindestens 20 Meter tief gebohrt werden, da oberflächennahes Grundwasser den Nachteil teils großer Temperaturschwankungen aufweist. Für den Einsatz einer Grundwasserwärmepumpe darf das Wasser nicht zu viel Mangan (unter 0,1 mg/Liter) und Eisen (unter 0,2 mg/Liter) enthalten. In Wasserschutzgebieten sowie Wasserschutzzonen wird der Betrieb solcher Wärmepumpen grundsätzlich nicht genehmigt.

Kosten und Nutzen einer Grundwasserwärmepumpe

Die Kosten für die Grundwasserwärmepumpe hängen von der Heizleistung, den Bohrarbeiten und der zu beheizenden Fläche ab. Bei einer Heizleistung von etwa 8 bis 9 kW und einer zu beheizenden Fläche von 180 qm belaufen sich die Installationskosten auf ca. 9.000 bis 12.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Wärmequellenerschließung (Bohrungen des Saug- und Sickerbrunnens), bei einer Tiefe von 15 Meter rund 4.500 bis 5.500 Euro. Zu berücksichtigen sind zusätzlich die Kosten für das Wärmeverteilungssystem. Die Anschaffung einer Grundwasserwärmepumpe ist zwar kostenintensiv. Experten geben allerdings eine Amortisation von weniger als 10 Jahren an. Beeinflusst wird die Amortisation vor allem von der Entwicklung der Strompreise. Mit einer Photovoltaikanlage kann ferner der Strom quasi selbst erzeugt und die Rentabilität der Grundwasserwärmepumpe zusätzlich gesteigert werden.