Genehmigungen

Genehmigungen vor Wärmepumpen-Kauf einholenMit einer Wärmepumpe als Heizung können sich Eigentümer und eingeschränkt auch Mieter zumindest teilweise von den großen Energiekonzernen unabhängig machen. Nicht immer ist das geplante Vorhaben der Anschaffung aber so leicht in die Realität umgesetzt, wie es vorher in der Theorie ausgearbeitet wurde. Teilweise sind für Wärmepumpen nämlich Genehmigungen notwendig, vor allem wenn Bohrungen nicht zu vermeiden sind.

Welche genehmigungsfreien Wärmepumpen gibt es am Markt?

Wärmepumpen erzeugen bekanntermaßen auf umweltfreundliche Art und Weise Energie, was sie zu einer guten Alternative gegenüber klassischen Heizsystemen avancieren lässt. Die dafür benötigte Energie stammt unter anderem aus der Luft, dem Erdboden oder vom Grundwasser. Je nachdem, welche Variante der Wärmepumpen verwendet wird, muss unter Umständen gebohrt werden. Genau das erfordert aber eine Genehmigung. Konkrete Alternativen dazu sind die Modelle, die von keiner im Vorfeld ausgestellten Genehmigung abhängig sind.

Grundsätzlich sind das schon einmal alle Luftwärmepumpen. Bei diesen müssen sich Eigentümer und Verbraucher gar keine Sorgen machen. Erdwärmepumpen die mit Ringgraben-, Flächen- oder Flachkollektoren arbeiten sind in der Regel zumindest von Genehmigungen befreit, wenn kein direkter Kontakt mit dem Grundwasser entsteht. Zudem sollten die Wärmepumpen nicht in einem sogenannten “Wasserschutzgebiet” verwendet werden, anderenfalls muss mitunter doch eine Genehmigung eingeholt werden. Zulässig sind Erdwärmekollektoren sogar in “heiklen” Gebieten, wenn diese eine Einbautiefe von fünf Metern nicht überschreiten. Gemeint sind beispielsweise Heilquellenschutz-, Trinkwasserschutz- oder Trinkwassergewinnungsgebiete. Mit einer maximalen Einbautiefe von fünf Metern kommen praktisch eigentlich nur noch Spiralkollektoren in Frage.

Bei den eben erwähnten Modellen und Technologien sind Genehmigungen normalerweise nicht notwendig. Natürlich kommt es aber auch ein wenig auf die individuelle Situation an. Deshalb ist es empfehlenswert, sich im Vorfeld noch einmal genau abzusichern. Diese Absicherungen werden spätestens dann unabdingbar, wenn man sich eine Wärmepumpe verbauen möchte, die von Genehmigungen nicht befreit ist.

Verfügbare Wärmepumpen, die eine Genehmigung erforderlich machen

Vor allem bei tieferen Bohrungen wird es problematisch. Diese werden zum Beispiel von Wärmepumpen mit Erdwärmesonden oder generell von Grundwasserwärmepumpen genutzt. Zwar ist eine pauschale Aussage immer schwierig, dennoch ist hier konkret damit zu rechnen, dass man den Bau im Vorfeld anzeigen und zugleich eine Genehmigung dafür einholen muss. Verwirrend ist hier mitunter die Rechtsprechung. Eigentlich heißt es im Bundesberggesetz, dass nur Bohrungen ab einer Tiefe von 100 Metern genehmigt werden müssen – in diesem Fall von der zuständigen Bergbehörde. Diese Regelung wird jedoch von den einzelnen Landesgesetzen überschrieben, zum Beispiel dem bayerischen Wassergesetz. Wer in Bayern wohnt und diesem unterliegt, muss schon ab wesentlich geringerer Tiefe eine Genehmigung einholen.

Weiterhin gibt es für diese Genehmigungen keinen allgemeingültigen Leitfaden, da sich die Verfahren auf Landesebene unterscheiden. Die verantwortlichen Länder liefern normalerweise online oder in speziell dafür abgestellten Abteilungen Informationen darüber, wann eine Genehmigung nötig ist und wie diese eingeholt wird. Deshalb sollte man sich im Vorfeld umfassend informieren. Bei Grundwasserwärmepumpen gibt es sogar noch eine weitere Besonderheit, denn hier muss ein privater Sachverständiger der Wasserwirtschaft beauftragt werden, der ein Gutachten über die Bohrung erstellt. Hilfreich sind zuletzt auch die Hersteller der Wärmepumpen und die beauftragten Dienstleister. Sie geben üblicherweise relativ transparent vor, wann eine Genehmigung notwendig ist und wo diese eingeholt wird.

Versicherungen des beauftragten Unternehmens sind unabdingbar!

Für die Schadensbehebung, sollte doch einmal etwas schief gehen, haftet vorrangig der Bauherr, der normalerweise gleichbedeutend mit dem Eigentümer des Grundstücks ist. Deshalb sollten Sie sichergehen, dass das von Ihnen beauftragte Bohrunternehmen tatsächlich alle notwendigen Versicherungen besitzt. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung wäre für Sie in diesem Fall sinnlos, denn diese greift nur dann, wenn Sie den Schaden selber verursacht haben. Da die Bohrung aber vom Dienstleister vollzogen wird, würde die Versicherung keinen Cent zahlen! Erst wenn sowohl die Anzeigepflichten erfüllt, die Genehmigungen eingeholt und die Versicherungen im Reinen sind, sollte mit der Arbeit begonnen werden.