Förderungen

Das sagt der Bundesverband Wärmepumpe zu den aktuellen Förderungen Es ist in Deutschland seit jeher ein leidiges Thema: Der Energiewandel, welcher einerseits forciert werden soll, andererseits für Verbraucher aber finanzierbar bleiben muss. Mitte Mai stellte das Bundeswirtschaftsministerium nun die hauseigenen Pläne vor, wie es bei Heizsystemen mit erneuerbaren Energiequellen als Rohstoff weitergehen soll – spezifischer noch, wie diese in Zukunft zu fördern sind. Der “Bundesverband Wärmepumpe” nahm das zum Anlass, sich die Pläne der Förderungen einmal genauer vor Augen zu führen.

Förderungen sollen generell vereinfacht werden

Wer heutzutage Sanierungen durchführt und darauf auf eine effiziente und umweltbewusste Wärmepumpe vertraut, ist mitunter schnell mit dem Förderangebot überlastet. Nicht nur, dass dieses verschiedenen Quellen und den dazugehörigen Geldgebern entstammt, zugleich sind zahlreiche Förderungen an noch mehr Konditionen geknüpft. Laien fällt es oftmals schwer, sich wirklich in diese komplizierten Strukturen einarbeiten zu können. Dabei sind Fehler kostspielig. Wer die “Spielregeln” der Förderung nicht einhält, bekommt mitunter gar kein Geld. Viele Förderungen lassen sich außerdem nicht miteinander kombinieren, also liegt es am Verbraucher zu kalkulieren, welche Lösung nun tatsächlich wirtschaftlich positiv in Erscheinung tritt.

Bis zum Jahr 2020, also die nächsten drei Jahre, möchte das Bundeswirtschaftsministerium die Förderungen generell überarbeiten und diese vor allem für Verbraucher einfacher sowie verständlicher aufbauen. Weiterhin plant das BMWi die Förderungen noch stärker mit den aktuellen Zielen der Energiewende zu kombinieren. Die Neu-Strukturierung, von der zwangsweise Verbraucher betroffen sind, die über die Anschaffung einer Wärmepumpe nachdenken, birgt viel Potential. Besonders für Menschen, die nach 2020 eine Modernisierung beziehungsweise notwendige Sanierung planen oder diese aufgrund von Fristen seitens des Gesetzgebers veranlassen müssen.

Der Bundesverband Wärmepumpe e.V. (kurz: BWP) zeigt sich optimistisch

Die IST-Situation, beschreibt der BPW als ausgesprochen positiv. Man spricht sogar davon, dass die Fördermittel für Wärmepumpen noch nie so lukrativ waren. In einem Nebensatz lässt man aber nicht unerwähnt, dass die Förderungen auch noch nie zuvor so kompliziert aufgebaut waren. Der Bundesverband Wärmepumpe sieht folglich ebenfalls großen Nachholbedarf, wenn es um eine Vereinfachung geht. Ebenfalls positiv wurde bewertet, dass die Bundesregierung mit den neuen Plänen komplett aus den Förderungen für fossile Brennstoffe aussteigen möchte. Dieser Schritt sei längst überfällig, so der Geschäftsführer vom BWP.

Speziell bei den Wärmepumpen ist zu berücksichtigen, dass die Regierung künftig weiterhin an einer Hybridlösung festhalten möchte. Wer also aus erneuerbaren Energiequellen heizt, wie eben mit einer Wärmepumpe, und dann noch fossile Brennstoffe damit kombiniert, soll künftig immer noch Anspruch auf Fördermittel haben. Der BWP begrüßt das und gibt an, das würde Potential auf dem Modernisierungsmarkt erhalten, während zugleich die Individualität einer solchen Sanierung nicht vernachlässigt werde, wie sie bei einem Sanierungsfahrplan zwingend gegeben sein muss.

Mehr Fachkräfte braucht das Land

Geht es um die Fachkräfte, schlägt der BWP zumindest milde Alarmzeichen. In den nächsten Jahren müssten Schätzungen nach mehr als 13 Millionen Heizsysteme in Deutschland modernisiert und ausgetauscht werden. Das geht nur dann, wenn das Fachhandwerk dieser hohen Belastung gewachsen ist. Indem das Fachhandwerk ebenfalls an Fördermittel gekoppelt wird, ergeben sich laut dem BWP viele neue Optionen. Fachbetriebe und deren Mitarbeiter werden motiviert, sich näher mit Geschäftsmodellen wie der erneuerbaren Wärme auseinanderzusetzen, was sich unter anderem auf den Absatz der Wärmepumpe positiv auswirken würde.

Der BWP gibt weiterhin an, dass solche Förderprogramme für Wärmepumpe und Co nur dann praktisch überzeugen, wenn der Strompreis ebenfalls nachzieht. Weil in Deutschland ein Großteil aller Kosten für die Energiewende auf den Strompreis umgelagert wird, ist dieser selbst im europäischen Mittel weit über dem Durchschnitt. Geht es nach den Experten vom Bundesverband Wärmepumpe, kann Deutschland nur dann erfolgreich die Energiewende vollziehen, wenn der Markt weiterhin wettbewerbsfähig bleibt – das gilt auch für die Wärmepumpen. Strompreise, die mit unzähligen Steuern beladen werden, würden Deutschland im internationalen Wettbewerb ins Seitenaus schießen.