Abluft

Eine Abluftwärmepumpe hat mit einer klassischen Luft-/Wasser-Wärmepumpe sehr viel gemein. Der einzige Unterschied liegt darin, dass sie sich verbrauchte Raumluft zunutze macht und nicht die Außenluft als Wärmequelle heranzieht. Damit stellt die Abluftwärmepumpe ein klassisches Beispiel für Energieeffizienz in Form von Wärmerückgewinnung dar.

Abluftwärmepumpe für Energiesparhäuser bestens geeignet

Zum Einsatz kommt eine Abluftwärmepumpe vor allem in Niedrigenergiehäusern, in welchen eine kontrollierte Wohnraumlüftung vonnöten wird. Ein Niedrigenergiehaus ist angesichts einer ausgezeichneten Wärmedämmung nach außen nahezu luftdicht und erfordert somit ein System zum Luftwechsel. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung stellt sicher, dass im zwei Stunden Takt im gesamten Gebäude die Luft ausgetauscht wird. Die verbrauchte Raumluft aufgrund elektrischer Haushaltsgeräte, Personen sowie Beleuchtung ist die Wärmequelle, die eine Abluftwärmepumpe nutzt. Diese Wärme wird im Anschluss dem Warmwasser- sowie Heizkreislauf zugeführt.

Funktionsweise der Abluftwärmepumpe

Wie stellt die Abluftwärmepumpe sicher, dass die Abluftwärme für Heizung und Brauchwasser zur Verfügung steht? Dies geschieht nach folgendem Prinzip: Die Raumluft des Gebäudes wird in die Abluftbereiche WC, Bad und Küche geleitet, dort mit Hilfe von Ventilatoren angesaugt und der Abluftwärmepumpe zugeführt, die sich für gewöhnlich in einem Technikraum oder im Keller befindet. Vorbei an dem Verdampfer der Wärmepumpe, wird die Wärme der Abluft an ein Kältemittel abgegeben und verdampft zu Gas. Unter Zuhilfenahme von Strom wird das Gas komprimiert und auf ein höheres Temperaturniveau gebracht. Über einen Wärmetauscher wird schließlich die Wärme entzogen und in einem Puffer- und Warmwasserspeicher vorgehalten, welcher den Brauch- und Heizwasserkreislauf des Hauses mit Wärme bedient. Wurde die Abluftwärmepumpe durch die Wohnungsluft durchströmt, wird die Fortluft ins Freie geleitet. Diese beträgt lediglich ca. 0 Grad, zumal der Raumluft sehr viel Energie entnommen wurde.

Abluftwärmepumpe weist zahlreiche Vorteile auf

Aus der Arbeitsweise einer Abluftwärmepumpe resultieren zahlreiche Vorteile, die für deren Installation sprechen. Im Zusammenhang mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung sorgt sie bei angenehmen Temperaturen für saubere und frische Luft. Gleichzeitig entzieht die Heizungsanlage der Raumluft sehr viel Feuchtigkeit, so dass den Hausstaubmilben sowie dem Schimmelpilz der Nährboden entzogen wird. Mit einer Abluftwärmepumpe lässt sich durch die Wärmerückgewinnung neben der komfortablen sowie gesunden Erwärmung auch in nennenswertem Umfang CO2-Emissionen sowie Heizenergie einsparen. Allein mit der Raumluft kann eine Abluftwärmepumpe den Inhalt eines 300 Liter großen Warmwasserspeichers auf ungefähr 65 Grad aufheizen. Zahlreiche Energieversorger bieten zudem begünstigte Stromtarife für Wärmepumpen an, die eine Investition in eine solche Anlage noch attraktiver machen. Da die Abluft zudem oft deutlich wärmer als die Außenluft ist, ermöglicht dies eine höhere Jahresarbeitszahl und Leistungszahl der Wärmepumpe. Andererseits ist Abluft jedoch lediglich in begrenzter Menge verfügbar, weshalb sich in der Regel keine allzu hohe Wärmeleistung erzeugen lässt.

Kosten einer Abluftwärmepumpe

Der Preis einer Abluftwärmepumpe variiert je nach Umfang der angebotenen Komponenten sehr deutlich. Je nach Leistungsgröße bewegt sich allein der Preis für die Wärmepumpe zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Zum Wärmepumpenaggregat selbst kommen in Abhängigkeit des Einsatzzweckes zusätzliche Heizungs- und auch Lüftungskomponenten hinzu, welche die Kosten signifikant erhöhen können. So beläuft sich allein die Systemkombination aus Abluft-/Wasser-Wärmepumpe mit Wohnungslüftungssystem zur Wärmerückgewinnung bei einer Heizleistung von 5 kW auf etwa 10.000 Euro.

Was es bei der Installation einer Abluftwärmepumpe zu beachten gilt

Aufgestellt werden sollte die Abluftwärmepumpe so, dass ein möglichst kurzes Rohrleitungssystem erreicht wird. Andernfalls geht auf dem Weg viel Wärme verloren. Aufgrund der geringen Betriebsgeräusche ist davon abzusehen, diese neben oder unter Schlaf- oder Wohnräumen zu installieren. Um das Kondenswasser zuverlässig ableiten zu können, sollte ein Siphonanschluss vorhanden sein. Die Öffnungen für die Fortluft sind hingegen an der Wand wie auch auf dem Dach anzubringen. Von Öffnungen auf der Hauptwindseite ist abzusehen, um Probleme mit dem Winddruck zu vermeiden.